Familotel Kinderhotel ULRICHSHOF Bayerischer Wald
Familotel Kinderhotel ULRICHSHOF Bayern

FAZ über den ULRICHSHOF; Mamiiiiiiiiiii ..........

27.05.2004
Morgens um zehn sollte man sich besser nicht an der Rezeption blicken lassen. Zumindest für die Hotelgäste zu Fuß ist es dort zu dieser Zeit lebensgefährlich. Denn es jagen gut zwei dutzend Zwerge auf roten Miniflitzern um den steinernen Springbrunnen im Eingang, als trainierten sie für den Nürburgring. Wer den Geschwindigkeitsrausch der Dreijährigen in ihren Bobby-Cars zum ersten Mal erlebt, staunt nicht schlecht, so schnell und, trozt aller Karambolagen, routiniert sausen sie Runde um Runde durch die Halle.

Daß Eltern nur vereinzelt zu sehen sind, mag aber auch damit zu tun haben, dass es für sie keine bessere Gelegenheit gibt, in Ruhe zu frühstücken. Einigermaßen in Ruhe zumindest. Denn bisweilen kommt es vor, dass ein markerschütternder Schrei durch das Restaurant "Fridolin" gellt: "Mamiiiiiiiiiiiiii!" Außer der Mami freilich hebt dann aber kaum jemand den Kopf. Anna, die in ihrem Hochstuhl thront wie eine Prinzessin, aber brüllt wie ein Feldwebel, wird von den umsitzenden Herrschaften allenfalls mit einem Lächeln bedacht.

Die Gäste im Ulrichshof im Bayerischen Wald sind schließlich allesamt Mitglieder desselben Clubs - eines Bunds, der zwar nicht geheim ist, von dessen Existenz man aber als Single oder kinderloses Doppelverdienerpaar keinen Schimmer hatte: Der Club der Mamis und Papis. Im Berufsleben hatte man ihnen eingetrichtert, dass sie flexibel sein müssen, mobil und für jede Situation gewappnet. Weder die unlösbaren Vorgaben des Chefs noch die rücksichtlosen Kollegen hatten sie je an ihre Grenzen gebracht. Das gelang erst dem Nachwuchs. Jetzt trainieren sie Gelassenheit

Das Gequäke vom Nachbartisch, das in anderen deutschen Hotels durchaus Anlass zur Beschwerde geben kann, gehört im Ulrichshof zum guten Ton. Das Kinder-Chaos am Frühstücksbuffet kümmert schon deshalb niemanden, weil kinderlose Paare hier nicht unterkommen. Nur mit Kind oder Enkelchen, Nichten oder Neffen darf man im Ulrichshof Urlaub machen."Bei uns sitzen alle Gäste im selben Boot", sagt der Hotelchef Ulrich Brandl, selbst Vater zweier Söhne, bei seiner abendlichen Runde durchs Restaurant.

Woraus sich auf ganz wunderbare Weise ergibt, dass niemand Angst hat, unangenehm aufzufallen. Die Eltern in seinem Kinderhotel sind vielmehr entspannt. Alle, die hier Urlaub machen, haben dieselben Themen, dieselben Probleme. Ausgiebig wird abends in der Hotelbar über Breisorten debattiert oder über die Frage, was gegen Blähungen am besten hilft. Anderswo findet man sich bei solcher Konversation schnell allein vor seinem Bier. Bei Ulrich Brandl gehört diese Möglichkeit des Austauschs zum Erfolgsrezept.Im Konzept des Ulrichshof, der auf Prospekten etwas umständlich "1. Baby & Kleinkinder Resort Deutschlands" heißt, standen die Kinder von Anfang an im Mittelpunkt. Selbst für den vier Wochen alten Säugling ist gesorgt.

Vom Vaporisator bis zur Wickelkommode mit allen Utensilien, vom Flaschenwärmgerät über den Sportkinderwagen für unwegsames Gelände bis zum Babybett im separaten Zimmer, sicheren Steckdosen und Töpfchen wurde an alles gedacht. Wie in den Apartments wird überall auf der fünfundzwanzigtausend Quadratmeter großen Hotelanlage zuerst auf die Bedürfnisse der Kleinsten Rücksicht genommen.Das führt bisweilen zu kurios anmutenden Einrichtungen, durch die manche Eltern zum ersten Mal eine Ahnung davon bekommen, wie schwer es die Kleinen in der Welt der Großen haben.

Wo sonst allenfalls die Süßigkeiten im Supermarkt auf Kinderaugenhöhe hängen, sind es hier die Treppengeländer, Toiletten und Waschbecken; vieles gibt es doppelt, einmal oben, einmal unten, etwa das Toilettenpapier oder Kleiderhaken. Es gibt keine Kanten und Ecken im Haus, an denen man sich stoßen könnte. Dafür liegen Bademäntel in Babygröße bereit und Badehöschen mit integrierter Windel für den Ausflug ins Babybecken, das natürlich die richtige Temperatur von 36 Grad hat. Auf der Fernbedienung des Fernsehapparates ist als erstes Programm der "Kinderkanal" programmiert.Es gibt nichts zum Thema Kinder, was es im Ulrichshof nicht gäbe. Für stillende Mütter liegt an der Rezeption der Klassiker "Die Hebammenpraxis" aus, im Restaurant liegen Buntstifte auf jedem Tisch.

Wer Inspiration braucht, muss sich nur umschauen, als Erwachsener allerdings gebückt. Denn auch viele der bunten Bilder an den Wänden hängen - wie Andy Warhol es für sein Kindermuseum vorsah - auf Kinderaugenhöhe.Vor zwölf Jahren hatte Ulrich Bandl die Idee, in seiner Heimat, dem Landkreis Cham, einer strukturarmen, aber beschaulichen Mittelgebirgslandschaft, einen Zufluchtsort für Familien zu eröffnen. Heute führt er ein Unternehmen mit siebzig Angestellten.

Jährlich verbringen zwischen zweieinhalb- bis dreitausend Kinder mit ihren Eltern die Ferien in dem kleinen Weiler nahe der tschechischen Grenze. Die Region profitiert nicht schlecht von seiner Geschäftsidee. Selbst der kleine Laden in der Hundertseelengemeinde Zettisch, der ansonsten nur die allernotwendigsten Lebensmittel in seinen Regalen stehen hat, ist mit Windeln und Schnullern gerüstet und sein Schaufenster mit Kinderspielzeug dekoriert. Dabei hatte man es Ulrich Brandl zu Beginn alles andere als leicht gemacht.

Brandl, gelernter Landwirtschaftsmeister, entstammt einen alten Bauerngeschlecht, dessen Gehöfte auf das Jahr 1416 zurückgehen. Über Jahrhunderte hinweg lebten seine Vorfahren von der Milchviehhaltung. Als er, ohnehin nie ein Bauer aus Passion, 1992 begann, den Hof für sein Projekt "Urlaub für junge Familien" mit einem Betrag von knapp einer Million Mark in neun Appartements umzubauen, hielten ihn die meisten im Dorf für größenwahnsinnig, und auch die eigene Familie war nicht begeistert. Wer würde hier, in einer Gegend, die bezeichnenderweise "Regen" heißt, zwischen den Flüssen, die "Schwarzer Regen" und "Weißer Regen", "Großer Regen" und "Kleiner Regen" genannt werden, und die zumindest damals nicht nur im übertragenen Sinn am Ende der Welt lag, Urlaub machen wollen? Und dann ausgerechnet junge Familien? Einen Kredit wollte die örtliche Bank nicht bewilligen. Da half es auch wenig, daß Ulrich Brandl seine Idee als Marktlücke anpries. Er hatte sie am eigenen Leib entdeckt, als er mit seinen Söhnen in einem Hotel unangenehme Erfahrungen machte. Das wollte sich der damals Dreißigjährige künftig ersparen - und anderen jungen Familien auch.

Mit einem eigenen Finanzierungsmodell begann er zunächst im kleinen Stil. In einem der Ställe richtet er Appartements ein, auf dem Gelände baute er einen großen Abenteuerspielplatz. Die Tiere des Hofes wurden abgeschafft, daür kamen Ponys in die Boxen. Am wichtigsten aber war ein in Deutschland bis dahin nahezu einzigartiger Service: eine vollzeitbeschäftigte Kinderfrau, die sich um die Kleinen kümmerte. So konnten die Eltern fast jederzeit ein paar Stunden für sich haben.Nur zwei Jahre nach der Eröffnung begann Ulrich Brandl bereits mit dem Umbau, der das Babyhotel in seiner Dimension versechsfachte und dem Gelände mit nunmehr sechsundfünfzig Appartements, Spielscheune, Erlebnisbad samt Riesenrutsche, Restaurant, Pferdestall, Reithalle und Tennisplatz seine heutige Gestalt verlieh. Objektiv gesprochen, ist es eine gewaltige Anlage; subjektiv aber empfindet man sich in der verschachtelten Architektur der bayerischen Holzhäuser mit ihren großen Balkons und den überbordenden Blumenkästen eher in einer Familienpension.

Der Entwurf ging auf: Seit dem Ausbau kann sich Brandl über eine Auslastung freuen, von der andere Hoteliers nur träumen. Natürlich auch deshalb, weil im Bayerischen Wald selbst ein Haus der gehobenen Klasse wie der Ulrichshof noch immer bezahlbar ist. Vergleichbare Hotels in Kärnten, Vorreiter der Babyhotels in Europa, kosten gut und gern das Doppelte. Für junge Familien ist das kein unerhebliches Kriterium.Daß Brandl für seine Idee anfangs von allen Seiten belächelt wurde, ficht ihn nicht an. Daß er keine Erfahrung mitbrachte, hält er rückblickend sogar für einen Vorteil. "Ich konnte nichts anderes tun, als es so zu machen, wie der Gast es will." Und der will vor allem Freiräume für sich. Die Betreuung der Kinder ist deshalb bis heute das zentrale Element im Ulrichshof, geblieben.

Mehrere Kindergärtnerinnen kümmern sich vormittags und nachmittags um die Kleinen. Je nach Alter kommen sie in eine "Minigruppe" der bis drei Jahre alten Babys oder eine "Maxigruppe" der Älteren. Da wird getobt und gesungen, gebastelt und gezaubert und gemeinsam an einer langen Tafel gegessen. Oft genug ist es deshalb so, daß die Eltern eher Schwierigkeiten haben, ihre Sprößlinge aus den Spielgruppen heraus-, als hineinzubekommen.Denn selbstverständlich gibt es neben dem Angebot für die Erwachsenen - von Massagen und Aromatherapie bis zu Vorträgen wie "Die Liebe im Auge behalten: Anregungen zur Entspannung im Elternalltag" - den ganzen Tag über auch genügend Gelegenheit für Eltern und Kinder, etwas gemeinsam zu unternehmen; und machmal auch nachts, wenn sich an die Wanderung durch den finsteren Wald ein großes Lagerfeuer anschließt.

Entspannung im Hotel verschafft vor allem das elektronische System im Ulrichsof, daß es den Eltern erlaubt, von vielen Punkten des Hauses aus direkt in das eigene Zimmer zu lauschen. Im Pool, im Restaurant und in der Western Bar "Crazy Horse Saloon" hat das Personal die Anzeigetafel der Schallüberwachung stehts im Blick. Schaltet eines der vielen Lämpchen von Grün auf Rot, heißt es: Rabatz im Zimmer, und das Hotelpersonal gibt den Eltern Bescheid. Beim ersten Kind, sagt die Bedienung, stürzen die Eltern meist aufgeregt aufs Zimmer. Wer mehr als eines habe, höre hingegen erst einmal über den Telefonhörer in sein Appartement hinein oder vertraue gleich dem Personal, wenn es sagt: "Ach, ein Momenterl geht´s schon noch."Wie ein Wunder indes erschien es jenen Eltern, deren Lämpchen niemals leuchtete, weil ihr Baby im Ulrichshof zum ersten Mal die Nächte durchschlief.

Das mag bei den Kleinsten an der Bergluft liegen, bei den etwas Größeren vermutlich an "Yolibsi", einem Hotelangestellten im menschengroßen Bernhardinerkostüm, der nach dem Abendessen mit den Kindern so lange tanzt, bis sie todmüde ins Bett fallen. Vielleicht fallen manche auch vor Anstrengung ins Bett. Denn im Ulrichshof können die Kinder, wenn sie möchten, auch richtig arbeiten. So dürfen sie etwa helfen, beim neuen Waldspielplatz mitzubauen. Für dieses Programm "Waldmeister & Geister" hat Brandl soeben den Innovationspreis 2004 des bayerischen Wirtschaftsministeriums erhalten. Brandl hatte schon Erfolg zu einer Zeit, als nicht nur der Tourismus im Bayerischen Wald am Boden lag. Noch vor zwanzig Jahren fuhren viele Männer aus dem Landkreis bis ins vierhundert Kilometer entfernte Rhein-Main-Gebiet, um auf Großbaustellen zu arbeiten.

Dann aber entwickelte sich neben dem Hotelgewerbe, das sich in den letzten Jahren mehr und mehr auf Familienurlaub spezialisiert hat, sogar eine kleine Industrie. So wurde der Landkreis Cham zur "Aufsteigerregion Deutschlands 2000" erkürt. Diese Entwicklung will Ulrich Brandl, der alle möglichen Jugendaktivitäten in der Region fördert, unbedingt vorantreiben.Das Gefühl, der ganze Bayerische Wald scheine sich plötzlich den Kindern zu widmen, kommt also nicht von ungefähr. Tatsächlich schließt sich das Angebot für junge Familien fast nahtlos an die Programme des Hotels an, ob im selben Ort, wenn es mit Großvater Brandl auf Kutschfahrt geht oder in den Nachbargemeinden, die mit dem Auto schnell erreicht sind. Dort präsentiert zum Beispiel ein Wildpark mit bereitsgestellten Wickeltischen seine Familienfreundlichkeit. Das Drachenmuseum in Furth im Wald, der Heimatstadt des Drachentöters Georg, ist sowieso für Kinder interessant. Und überall im Bayersichen Wald sind die Glashütten auf den Besuch von Kindern eingestellt. Selbst der Fabrikverkauf populärer Kinderspielzeugmarken wie Sikikid und Nemmer fügt sich in das Angebot.

Nichts trifft Unternehmer wie Brandl deshalb mehr, als im Ausland mal wieder in einem Reiseführer zu entdecken, was dort über seinen Bayerischen Wald steht: "A poor region at the bavarian frontier a little bit out of the way." Das Bild von der armen, gottvergessenen Gegend sei einfach nicht wahr, sagt der notorische Visionär Brandl. Dabei hängt sein Erfolg ursächlich mit diesem Bild zusammen. Denn würde der Bayerische Wald etwa mit Oberbayern gleichziehen, blieben vermutlich viele seiner Gäste aus. Die jungen Familien, die ihren Urlaub in einer schönen Natur verbringen wollen und dabei aufs Geld achten müssen, müßten ja nur ein paar Kilomenter weiterzufahren. Dann wären sie über der Grenze. Und seit der Ost-Erweiterung der Europäischen Union ist Tschechien noch näher gerückt. Die Landschaft ist dort ebenso schön, ein Babyhotel wird es vielleicht auch bald geben - und alles ist nur halb so teuer.

Auch weil der Bayerische Wald nun nicht mehr an Europas Ende, sondern in dessen Herzen liegt und mit dem neuen Hinterland östlich des Großen Arber konkurrieren muß, hat Ulrich Brandl zusammen mit dem Tourismusverband eine Vermarktungsoffensive gestartet, um Ostbayern endgültig als Kinderland zu verkaufen. Dabei werden die Hotels, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen, mit bis zu fünf "Bärchen" klassifiziert: Was als verpatzter Sommerurlaub begann, ist Big Bussiness geworden.Die Erfolgsgeschichte des Ulrichshofs, der mittlerweile Nachahmer in ganz Deutschland gefunden hat, ist untrennbar verbunden mit der gesellschaftlichen Entwicklung Mitteleuropas: Der Hausherr provitiert von einer Kinderfeindlichkeit, die überhaupt erst die Nachfrage nach Angeboten wie dem Urlichshof geschaffen hat. Nur dort, wo Kinderverständlichkeit ist, kann sie zu einer so attraktiven Dienstleistung avancieren wie anderswo ein Wellness-Bereich oder der beleuchtete Golfplatz: In Wahrheit ist der Ulrichshof eine Utopie, die simuliert, was das Normalste auf der Welt sein sollte.Schon schwebt Ulrich Brandl das nächste Luftschloß durch den Kopf, das er im Bayerischen Wald einer ganz anderen Klientel errichten will. Nach den Kindern sollen nun die älteren Menschen und die sind, glaubt man Brandl, mindestens so anspruchsvoll wie die Kinder.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Mai 2004

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