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11 neue Azubis starten durch
Einer kennt den ULRICHSHOF praktisch sein ganzes Leben als Urlaubsgast. Zwei sind in Familien aufgewachsen, in denen Gastronomie zum Alltag gehört. Eine sieht die Küche als eine Form von Kunst. Und für drei junge Frauen beginnt ihre berufliche Zukunft mehr als 6.000 Kilometer von zu Hause entfernt. Anfang September starteten elf junge Menschen ihre Ausbildung im Familienhotel ULRICHSHOF – mit ganz unterschiedlichen Geschichten, aber einem gemeinsamen Ziel: Sie wollen Gastgeber werden.
Fünf von ihnen beginnen ihre Ausbildung zum Koch beziehungsweise zur Köchin, fünf starten als Hotelfachfrau oder Hotelfachmann und eine Auszubildende entscheidet sich für den Beruf der Fachfrau für Restaurants- und Veranstaltungsgastronomie. „Ich freue mich sehr, dieses Jahr gleich elf neue Azubis in der ULRICHSHOF-Familie willkommen zu heißen. Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Nikolaus Brandl, Geschäftsleitung des ULRICHSHOF und DEHOGA Bayern Ausbildungsbotschafter. „So viele neue Gesichter bedeuten auch viele unterschiedliche Geschichten, Ideen und Perspektiven. Wir freuen uns darauf, die jungen Menschen bei ihren ersten Schritten im Berufsleben zu begleiten und gemeinsam mit ihnen zu wachsen.“

Wenn der Beruf irgendwie schon in der Familie liegt
Bei einigen der neuen Nachwuchskräfte begann die Begeisterung für Gastronomie lange vor dem ersten Ausbildungstag. Leonhard Kerscher, 17, aus Roding hat bereits mehrere Praktika absolviert und kennt die Branche auch aus seiner Familie, die selbst Gasthäuser betreibt. Kochen gehörte schon in der Schule zu seinen Lieblingsfächern. Den ULRICHSHOF lernte er während eines Praktikums kennen – vor allem die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit im Team überzeugten ihn. Nach seiner Ausbildung möchte er zunächst als Koch arbeiten. Und vielleicht kommt irgendwann noch ein zweiter Beruf hinzu: Landwirt, um möglicherweise später den heimischen Hof zu übernehmen.

Ähnlich vertraut ist Ludwig Fellner aus Furth im Wald mit der Gastronomie. Auch seine Eltern führen den gleichnamigen gastronomischen Familienbetrieb. Der 16-Jährige liebt die kreative Seite des Kochens und hat bereits einen ziemlich konkreten Plan: Nach seiner Ausbildung möchte er zunächst noch einige Jahre Berufserfahrung im ULRICHSHOF sammeln und später vielleicht in den Familienbetrieb einsteigen – möglicherweise sogar mit einer zweiten Ausbildung zum Hotelfachmann im Gepäck.

Bei Dalys Fickert reicht die kulinarische Inspiration gleich über mehrere Generationen. Die 17-Jährige stammt aus Kolumbien und lebt heute im Landkreis Straubing-Bogen. Ihre Mutter arbeitete lange in der Gastronomie, ihr Großvater ist Chefkoch. Auch in der Schule und bei verschiedenen Praktika sammelte Dalys bereits Küchenerfahrung. Was sie an ihrem Beruf begeistert, bringt sie auf einen einfachen Gedanken: Küche ist für sie eine Art Kunst. Ihre Zukunft darf deshalb gerne international werden – neue Länder, Kulturen und Küchen kennenzulernen, kann sie sich ebenso vorstellen wie einige Jahre als Köchin in Kolumbien zu arbeiten.

Ganz ohne gastronomische Vorerfahrung startet dagegen der 18-jährige Elias Dornbusch aus Schönsee – dafür mit umso mehr Neugier. Ihn reizt am Kochen vor allem, aus Zutaten immer wieder etwas Neues entstehen zu lassen. Den ULRICHSHOF kannte seine Familie bereits aus dem Urlaub.
Nun wechselt Elias gewissermaßen die Perspektive: vom Gast auf die andere Seite der Kulissen. Sein Ziel ist es, sich fachlich weiterzuentwickeln und später mehr Verantwortung in der Küche zu übernehmen.

17 Jahre Urlaub – und jetzt die Ausbildung
Einen besonders langen „Bewerbungsweg“ hat wohl Oskar Quooss hinter sich. Der 18-Jährige aus Limburg in Hessen kommt seit 17 Jahren mit seiner Familie als Gast in den ULRICHSHOF. Aus Urlaub wurde zunächst ein Praktikum, dann ein Ferienjob – und schließlich die Entscheidung für eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Dass diese im ULRICHSHOF stattfinden sollte, war für ihn nach den ersten Arbeitserfahrungen schnell klar. Langfristig kann er sich vorstellen, Verantwortung als Rezeptions- oder Restaurantleitung zu übernehmen.

Auch Lara Weindich ist längst kein völlig neues Gesicht. Die 19-Jährige aus Cham arbeitet bereits seit April an der Rezeption des ULRICHSHOF und startet nun offiziell ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau. Inspiriert wurde sie auch von ihrer Mutter, die denselben Beruf gelernt hat. Ihr Ziel steht bereits fest: Nach der Ausbildung möchte Lara an die Rezeption zurückkehren, sich weiterbilden und vielleicht eines Tages selbst eine Rezeptionsleitung übernehmen.

Mia Killermann aus Brennberg hat bereits Praktika in zwei Hotels absolviert, darunter im ULRICHSHOF. Die 17-Jährige interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für den Beruf der Hotelfachfrau. Besonders die Atmosphäre und das Miteinander im Team haben sie überzeugt. Ihre Ausbildung sieht sie als Ausgangspunkt für viele Möglichkeiten: Weiterbildung, Karriere in der Hotellerie – oder vielleicht eines Tages ein Arbeitsplatz auf einem Schiff, um Beruf und Reisen miteinander zu verbinden.

Nach dem Abschluß meiner Ausbildung sehe ich mich lachend an der Rezeption sitzend.
Lena Wagner, Azubi Hotelfachfrau
Und auch Lena Wagner, 16, aus dem Landkreis Landshut kennt den ULRICHSHOF bereits aus einem Praktikum. Erste Erfahrungen im Service sammelte sie zudem durch freiwillige Arbeit als Bedienung. Ihr Antrieb für die Ausbildung ist dabei sehr gastgebertypisch: Sie möchte dazu beitragen, anderen Menschen ihre Auszeit vom Alltag so schön wie möglich zu machen.
Wo sie sich nach der Ausbildung sieht? „Lachend an der Rezeption“, wie sie selbst sagt.

6.000 Kilometer für einen Traum
Dass eine Ausbildung im Bayerischen Wald längst nicht nur junge Menschen aus der Region anspricht, zeigen auch in diesem Jahr die neuen Auszubildenden aus Kirgisistan. Seit 2023 beteiligt sich der ULRICHSHOF an der deutsch-kirgisischen Ausbildungskooperation, die über die Agentur für Arbeit an das Unternehmen herangetragen wurde. 2026 kommen erneut drei junge Frauen aus Kirgisistan nach Zettisch.
Eine von ihnen ist die 17-jährige Tatyana Kelgenbaeva. Gekocht hat sie bisher vor allem für ihre Familie – und das schon seit ihrer Kindheit mit großer Begeisterung. In Deutschland sieht sie Chancen, die sie in ihrer Heimat so nicht hätte. Insbesondere das System der dualen Ausbildung war für ihre Entscheidung wichtig. Auf ihren Neustart bereitete sie sich mit Deutschunterricht sowie Informationen über ihren künftigen Beruf und den ULRICHSHOF vor. Und ihr Wunsch für die Zeit nach der Ausbildung ist bemerkenswert eindeutig: Wenn sich die Möglichkeit bietet, würde sie gerne im ULRICHSHOF bleiben.

Altynai Abdrakhmanova, 18, bringt bereits Erfahrung aus einem Restaurant mit, in dem sie als Kellnerin gearbeitet hat. Sie liebt den Kontakt zu Menschen und möchte sich in Hotellerie und Gastronomie weiterentwickeln. Deutschland bedeutet für sie eine gute Ausbildung, internationale Erfahrung und neue berufliche Möglichkeiten. Langfristig möchte sie nach ihrer Ausbildung studieren. Der Kontakt zur Familie bleibt dabei trotz der großen Entfernung eng: Sie telefoniert täglich mit ihren Angehörigen in Kirgisistan.

Für Emilia Santashbekova war der Schritt nach Deutschland ebenfalls eine sehr bewusste Entscheidung. Die 18-Jährige hat bereits erste Hotellerieerfahrung in Kirgisistan gesammelt und beschreibt die Ausbildung in Deutschland schlicht als einen Traum, den sie sich erfüllen möchte. Ihre Ziele sind ehrgeizig: Sie möchte eine richtig gute Hotelfachfrau werden und zu den besten Mitarbeiterinnen gehören. Gegen Heimweh hilft ihr vor allem eines: die Menschen um sie herum und die gemeinsame Zeit mit ihnen.

Ausbildung ist mehr als Fachwissen
Für Julia Dobmeier, Leitung Personal im ULRICHSHOF, zählt bei der Auswahl der Nachwuchskräfte deshalb nicht allein das Schulzeugnis. „Gute schulische Leistungen und erste praktische Erfahrungen sind natürlich hilfreich. Mindestens genauso wichtig sind für uns aber die Begeisterung für den Beruf, Lernbereitschaft und ein freundlicher, offener Umgang mit Menschen“, erklärt Dobmeier. „Unsere Auszubildenden arbeiten teilweise von Beginn an mit unseren Gästen zusammen. Deshalb achten wir sehr darauf, ob jemand gerne auf andere Menschen zugeht und Teil eines Teams sein möchte.“


Dass inzwischen regelmäßig Nachwuchskräfte aus Kirgisistan im ULRICHSHOF ihre Ausbildung absolvieren, sieht sie als Gewinn für beide Seiten. „Unsere kirgisischen Auszubildenden haben sich in den vergangenen Jahren sehr gut bei uns eingelebt. Sie sind motiviert, zuverlässig und eine echte Bereicherung für das Team. Gleichzeitig können wir jungen Menschen eine berufliche Perspektive und eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen. Natürlich spielt vor dem Hintergrund des Nachwuchs- und Fachkräftemangels auch dieser Aspekt eine Rolle.“

Die sprachliche Vorbereitung beginnt bereits vor der Einreise. Im Rahmen des Projekts lernen die zukünftigen Auszubildenden in Kirgisistan Deutsch und absolvieren Sprachkurse mit abschließender Prüfung. Im ULRICHSHOF selbst unterstützen erfahrene Mitarbeiter die Neuankömmlinge als Ansprechpartner. Auch Auszubildende aus den höheren Lehrjahren helfen dabei, sich im Arbeitsalltag und im neuen Umfeld zurechtzufinden.
„Unterschiedliche Herkunft oder Kultur ist bei uns keine Hürde“, sagt Dobmeier. „Entscheidend ist, dass man sich gegenseitig respektiert, zusammenarbeitet und füreinander da ist. Gerade unter den Auszubildenden entsteht dadurch eine Gemeinschaft, in der sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.“
Vom ersten Tag an dazugehören
Genau darin sieht auch Nikolaus Brandl eine der wichtigsten Aufgaben eines Ausbildungsbetriebs. „Bei uns lernst du nicht einfach nur einen Beruf. Du sollst vom ersten Tag an erleben, dass du ein wichtiger Teil des Teams bist und echte Verantwortung übernehmen kannst“, sagt Brandl. „Flache Hierarchien bedeuten für uns auch, dass eine gute Idee nicht weniger wert ist, nur weil sie von jemandem im ersten Lehrjahr kommt.“
Die Hotel- und Gastronomiebranche biete jungen Menschen dabei eine Vielfalt an Möglichkeiten, die häufig unterschätzt werde: vom direkten Gästekontakt über Kulinarik und Organisation bis hin zu Führung, Management und internationalen Karrierewegen.

Ich bin selbst im ULRICHSHOF groß geworden und weiß, welche Türen eine Ausbildung in dieser Branche öffnen kann.
Nikolaus Brandl, Geschäftsleitung des ULRICHSHOF und DEHOGA Bayern Ausbildungsbotschafter
„Ich bin selbst im ULRICHSHOF groß geworden und weiß, welche Türen eine Ausbildung in dieser Branche öffnen kann“, so Brandl. „Wir erwarten Engagement, Teamgeist, Respekt und die Bereitschaft, dazuzulernen. Im Gegenzug möchten wir jungen Menschen ein Umfeld bieten, in dem sie sich ausprobieren, weiterentwickeln und ihren eigenen Weg finden können.“
Wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann, zeigen die elf Neuen schon vor ihrem ersten richtigen Ausbildungstag: vielleicht an die Rezeptionsleitung, auf ein Schiff, an die Universität, zurück in den Familienbetrieb, hinaus in die Küchen der Welt – oder einfach auch langfristig in den ULRICHSHOF. Für den Moment aber beginnt für alle dasselbe neue Kapitel: Ausbildung.


Oben (v. l.): Julia Dobmeier (Personalleitung), Elias Dornbusch (Koch), Oskar Quooss (Hotelfachmann), Leonhard Kerscher (Koch), Ludwig Fellner (Koch), Nikolaus Brandl (Geschäftsleitung)
Unten (v. l.): Tatyna Kelgenbaeva (Köchin), Altynai Abdrakhmanova (Fachfrau für Restaurants- und Veranstaltungsgastronomie), Lara Weindich (Hotelfachfrau), Mia Killermann (Hotelfachfrau), Lena Wagner (Hotelfachfrau), Emilia Santashbekova (Hotelfachfrau), Dalys Fickert (Köchin)

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